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Botschafterin gegen die Armut

Was haben Barbara Stöckl, Günther Tolar, Willi Resetarits und Elvira Zuleger gemeinsam? Sie alle wurden zu Botschaftern des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ernannt. Auf die 26 österreichischen Repräsentanten dieser europaweiten Initiative der EU warten eine Kette von Veranstaltungen, die die Situation armer Menschen in unserem Land bekannt machen soll.

Armut ist eine Schande. Nicht für die betroffenen Menschen, sondern für alle die im Wohlstand leben und untätig bleiben", meint Elvira Zuleger zu ihrer Aufgabe bei diesem Projekt. Der offizielle Start des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung erfolgt am 22. Februar mit der Eröffnungsveranstaltung in der Tribüne Lehen (Salzburg Stadt). In Anwesenheit des Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer, der Landeshauptfrau Mag. Gabriele Burgstaller und VertreterInnen der Europäischen Kommission wird Herr Bundesminister Rudolf Hundstorfer die Ziele und österreichischen Aktivitäten während des Europäischen Jahres präsentieren. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung sollen sowohl von Armut und sozialer Ausgrenzung Betroffene als auch die österreichischen Botschafterinnen und Botschafter zum Europäischen Jahr zu Wort kommen. Neben der Vorstellung von Projekten zur Armutsbekämpfung, die durch Mittel der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz gefördert werden, soll auch eine Aufführung des Interact-Theaters mit und von Betroffenen den TeilnehmerInnen die Situation von Armut und sozialer Ausgrenzung näher bringen. An diesen Kick Off-Event wird sich eine Kette von Veranstaltungen in allen Bundesländern anschließen.

Es werden allerdings auch Initiativen zur Armutsbekämpfung in diesem Jahr besonders gefördert werden. Beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz langten insgesamt 60 Projektanträge ein, von denen 16 Projekte von gemeinnützigen Organisationen für eine Förderung ausgewählt wurden. So wird die Ausbildung von SchuldnerberaterInnen oder Informationsveranstaltungen der österreichischen Armutskonferenz mit EU-Mitteln gefördert werden. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) bietet ab 2010 Workshops für Betriebe und Unternehmen an, die bewußt machen sollen, dass Frauen, die in ihrer Partnerschaft Gewalt erleben müssen, oft einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind.

Seit 1983 ruft die EU Jahre mit besonderen gesellschaftspolitischen Themen aus, während der auf europäischer und nationaler Ebene verstärkt Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird und besondere Fördermittel zur Verfügung stehen. Natürlich kann ein EU-Jahr allein die Armut auf unserem Kontinent nicht mit einem Schlag zum Verschwinden bringen. Eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Situation von gesellschaftlich Benachteiligten kann dennoch viel bewirken.

 

Zur Person Elvira Zuleger

Elvira Zuleger wurde 1951 in Wien geboren und ist seit 1994 Magistra der Philosophie mit Schwerpunkt Ethik und Sozialphilosophie. Auch eine Ausbildung als Lebens- und Sozialberaterin, sowie als Kranken-, Betagten- und Behindertenbetreuerin hat sie absolviert. Fünf Jahre lang war Elvira Zuleger ehrenamtlich bei der Caritas in der Obdachlosenfürsorge tätig. Für die altkatholische Kirche hat sie in der Gefangenen- und Krankenseelsorge 15 Jahre lang ehrenamtlich gearbeitet. Seit 2004 ist sie stellvertretende Vorsitzende der Altkatholischen Diakonie Österreichs.

 

Statement der Europäischen Kommission

Die Europäische Union ist eine der reichsten Gegenden der Welt. Nichtsdestotrotz haben 17% der Europäer nicht genügend Mittel, um sich ihre grundlegendsten Bedürfnisse erfüllen zu können.

Armut wird oft mit Entwicklungsländern in Verbindung gebracht, wo Unterernährung, Hunger, und der Mangel an sauberem Trinkwasser zum Alltag gehören. Aber Europa ist ebenso von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Nicht so ausgeprägt, aber dennoch in inakzeptablem Ausmaß. Armut und Ausgrenzung eines einzelnen Individuums führen letztendlich zur Armut einer ganzen Gesellschaft. Europa kann nur dann stark sein, wenn das Potenzial jedes einzelnen voll ausgeschöpft wird.

Es gibt kein Patentrezept gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Eines ist jedoch sicher: Diesen Kampf können wir nur gemeinsam gewinnen. Es ist an der Zeit, unser Bekenntnis zu Solidarität, sozialer Gerechtigkeit und mehr Integration zu erneuern.

Solidarität, ein insbesondere in Krisenzeiten wichtiges Konzept, ist einer der zentralen Werte der Europäischen Union. Der Begriff „Union“ ist dabei bezeichnend – angesichts der Wirtschaftskrise sitzen wir alle in einem Boot. Solidarität bedeutet ein Sicherheitsnetz für jeden einzelnen.

Hier sind einige der Dinge, die wir zusammen tun werden:

  • Alle Teile der Gesellschaft dazu ermutigen, politisches Engagement zu zeigen im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung, auf europäischer wie lokaler Ebene, egal ob öffentlich oder privat
  • Jeden einzelnen europäischen Bürger dazu inspirieren, sich am Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung zu beteiligen
  • Menschen, die unter Armut und sozialer Ausgrenzung leiden, eine Stimme geben
  • Mit Nichtregierungsorganisationen und Organisationen der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, die sich gegen Armut und soziale Ausgrenzung einsetzen
  • Dabei helfen, Stereotypen und Stigmatisierungen im Hinblick auf Armut und soziale Ausgrenzung abzubauen
  • Für eine Gesellschaft werben, die eine nachhaltige Lebensqualität garantiert, soziales Wohlbefinden und Chancengleichheit für alle
  • Die Solidarität zwischen den Generationen fördern und nachhaltige Entwicklung garantieren 

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