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Veranstaltungen und NEWS

So 5.2.2012 - Jubiläumsgottesdienst für Pfarrer Dr. Peter Droniewski
zum Abschied aus der Pfarrseelsorge,
er geht in den Ruhestand, zum bevorstehenden Geburtstag und heurigen Priesterjubiläum

Festgottesdienst Sonntag 5.2.2012

Zum Guten Hirten
Altkatholische Kirchengemeinde Wien-Nord

um 10:00 Waldmüllergasse 19-21; A-1200 Wien
 

 

 

So

 

16.10.2011 10.00 Uhr   „140 Jahre altkatholischer Gottesdienst in Österreich“  
Feierlicher Gottesdienst mit Chor und live Gospelmusik in der Kirchengemeinde Wien Innen „St. Salvator“ (1010 Wien, Wipplingerstraße 6).

Predigt: Bischof em. Fritz-René Müller (Christkatholische Kirche der Schweiz) 
Agape: Altkatholische ARGE Wien

„Wohin steuert die Kirche Christi in dieser Zeit ?“

Liebe Festgemeinde,
liebe Schwestern und Brüder

„Wohin steuert die Kirche Christi in dieser Zeit ?“ Diese Frage steht als Leitmotiv über unserem Jubiläum „140 Jahre Altkatholische Kirche, altkatholischer Gottesdienst in Österreich.“ Es ist eine Frage, auf die es – zunächst einmal – keine eindeutige Antwort gibt, aber es ist eine Frage, die gerade in der heutigen Zeit mit Recht immer wieder gestellt werden muss. Ja, der Steuerungskurs der Kirche ist vielen auseinanderstrebenden Kräften ausgesetzt. Es scheint oft so, als führe das Wehen des Heiligen Geistes das Schiff der Kirche nicht in eine eindeutige Richtung. Unzählige Konferenzen und Beratungen im ökumenischen Bereich, aber gerade auch in der Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen belegen diese Feststellung. Das spüren auch die Glieder der Kirche und ganz besonders die Kirchenleitungen, Synoden und Bischöfe.

Unsere Frage provoziert eigentlich eine weitere Frage: „Wohin steuern die Glieder der Kirche Christi in dieser Zeit ?“ Wohin steuern die Meinungen der einzelnen Kirchenglieder ? Wie in allen Bereichen, so haben wir Menschen ganz verschiedene Meinungen, vor allem auch, wenn es um die Kirche und den Glauben geht. Vielleicht wird deutlich, worum es hier geht, wenn wir uns vorstellen, was wohl in den Menschen rechts und links von uns in den Kirchenbänken vorgeht, wenn wir um Verlaufe des Gottesdienstes gemeinsam das Glaubensbekenntnis sprechen. Einige unter ihnen sprechen es willig mit, weil es zu den ehrwürdigen Schätzen unserer Kirche gehört. Manche sprechen es, weil es sie durch ein langes Leben begleitet hat und weil sie – ohne darüber nachzudenken, warum – empfinden, es gehöre einfach zu einem vollständigen Gottesdienst. Andere sind gespalten. Sie bejahen den ersten Satz, den vom Schöpfer des Himmels und der Erde, und wissen mit dem anderen, etwa dem von der Jungfrauengeburt, nichts anzufangen. Wieder andere suchen ihren Ärger darüber, dass sie fortwährend an etwas gebunden sein sollen, das ihnen fremd ist, sich nicht anmerken zu lassen, und überstehen die Zeit, während sie es allenfalls mitsprechen, mit innerer und äusserer Disziplin. Und noch einmal andere sagen sich in der Stille, dass sie wohl ausserhalb der Grenzen der Kirche stünden, wenn das Glaubensbekenntnis das Verbindende unter den Christinnen und Christen sei.

Antworten auf die Frage „Wohin steuert die Kirche Christi in dieser Zeit ?“ könnten also abhängen von den verschiedenen Meinungen der Kirchenglieder und den Anspruch postulieren: „Es ist Aufgabe der Kirche, sich der heutigen Zeit, den modernen Menschen und deren Lebensweise anzupassen und mit veralteten Sätzen und Formulierungen aufzuräumen – kurz: Die Kirche hat unsere Bedürfnisse von heute zu befriedigen !“ Beim Besuch des Papstes in Deutschland letzten Monat sind ja genau solche Ansprüche der Kirchenglieder gegenüber dem Papst formuliert worden: Die Kirche hat die Bedürfnisse der Menschen von heute zu befriedigen ! „Befriedigen der Bedürfnisse“ klingt nun aber recht billig und einseitig. Die Kirchenleitungen müssen auf jeden Fall den Dialog mit den Kirchengliedern suchen und pflegen. Doch die Kirche ist keine von Menschen geschaffene Institution, kein Verein und kein Club. Die Kirche ist nicht dazu da, Bedürfnisse zu befriedigen, sondern vor allem Geheimnisse zu feiern. Hier, liebe Schwestern und Brüder, sind wir beim Kern der Sache. Und es ist sinnvoll, sich gerade auch im Zusammenhang mit unserem Festtag dessen bewusst zu werden. Wenn wir Menschen nach dem „Wohin der Kirche“ fragen, äussern wir das Bedürfnis nach einem Wegweiser. Wir suchen Orientierung, um uns in den Wirren unserer Zeit und unserer Welt nicht zu verlaufen.

Wir rufen heute in Erinnerung, dass in Österreich seit 140 Jahren altkatholische Gottesdienste gefeiert werden, und richten damit unsere Sinne und Aufmerksamkeit gerade auf einen der wichtigsten Orientierungspunkte der Kirche, den Gottesdienst. In der Feier des Wortes Gottes und der Eucharistie, beim Beten und Singen von Liedern leben wir konkret Spiritualität. Die Spiritualität entspricht einem Bedürfnis vieler Menschen unserer Zeit. Das belegt auch der Buchhandel, auf dessen Regalen heute eine Menge von Büchern zu spirituellen Themen zu finden ist. Wichtig ist nun aber, dass wir nicht nur solche Bücher lesen, sondern die Spiritualität mit andern Menschen in der Gemeinschaft des Gottesdienstes und der ganzen Kirche leben und feiern.

Es gibt Menschen, die kritisieren und klagen gar, dass der Gottesdienst immer gleich ist. Das soll er auch sein, damit wir unsere Orientierungsfähigkeit und Spiritualität trainieren können, ganz ähnlich, wie wir das für geistige und körperliche Fitness tun. Aber die Verkündigung der Frohen Botschaft lenkt doch die Aufmerksamkeit jedes Mal auf einen andern Aspekt. Das zeigen auch die Lesungen zum heutigen Festtag:

Da ist dieser berühmte und beliebte Psalm 23, in dem der Herr als Hirte dargestellt wird, der für uns sorgt, uns in unserer Existenz beschützt, uns in dunklen und schwierigen Zeiten tröstet und stärkt, unsere Seele erquickt und nährt, so dass es uns an nichts mangelt und wir in ihm geborgen sind. In diesem Psalm erscheint auch der Wegweiser, nach dem wir vorhin unser Bedürfnis geäussert haben. Es ist der Hirte selbst. In Vers 3 steht: „Er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.“ Der gute Hirte zeigt uns den Weg und führt uns so, dass unser Leben gelingen kann. Doch wir müssen uns immer wieder fragen, ob wir wirklich auf diesem rechten Weg voranschreiten, ob wir uns vom Hirten führen lassen, ob wir gelernt haben, auf seine Stimme zu hören.

Auch der Gesetzeslehrer, dem wir im Lukas-Evangelium zum heutigen Festtag begegnen, stellt sich die Frage, ob er auf dem rechten Weg ist. Mit seiner Frage, was er tun müsse, um das Ewige Leben zu gewinnen, will er zwar Jesus auf die Probe stellen. Dieser aber fragt zurück und sagt: „Was steht im Gesetz ? Was liest du dort ?“ Umgehend kommt die ausführliche Antwort des Gesetzeslehrers: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.“ Der Gesetzeslehrer weiss also selbst ganz genau, wo der Sinn des Lebens gefunden werden kann: In der Liebe zu Gott, zu sich selbst und zu den Mitmenschen. Alle Menschen wissen, dass ein sinnvolles Leben etwas mit Liebe zu tun hat. Würden wir zufällig ausgewählte Menschen fragen, wie sie sich ein sinnvolles und glückliches Leben vorstellen, dann würde wohl kaum jemand das Geld, die äussere Schönheit und die Macht in den Mittelpunkt stellen. Wir wissen doch alle, dass wahres Glück nur in der geschenkten und schenkenden Liebe und in gesunden und heilvollen Beziehungen gefunden werden kann. Das Gebot der Liebe ist nämlich allen Menschen ins Herz geschrieben.

Wohin steuern also die Glieder der Kirche Christi ? Oder eben: Wohin steuert die Kirche Christi in dieser Zeit ? Wenn es sich bei der Kirche nicht bloss um einen weltlichen Verein, einen Club handelt, sondern um die Kirche, die der Leib Christi ist, dann ist die Antwort klar. Die Kirche als ganzes, ihre Glieder, Teil des Leibes Christi, müssen sich in all ihrem Tun, Denken und Fühlen auf den Herrn der Kirche, auf Jesus Christus, ausrichten. Er ist der Wegweiser für uns. Er gibt die Marschrichtung an. Ihm müssen wir folgen. Er hat uns gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater ausser durch mich“(Joh. 14, 6).

Amen.

+ Fritz-René Müller
Bischof emeritus der Christkatholischen Kirche der Schweiz

Di 25.10.2011 16.00 Uhr

„80 Jahre Full Communion“  
Dienstag, 25.10.2011 ab 16.00 Uhr im Kardinal König Haus(1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3)  ACHTUNG: neuer Veranstaltungsort!!!

Beginn um 16.00 Uhr: Feierliche Vesper mit The Venerable Patrick Curran (Chaplain and Archdeacon of the Eastern Archdeaconry of the Church of England Diocese in Europe).

Anschließend um 17.30 Uhr Vortrag von Prof. Dr. Angela Berlis zum Thema „80 Jahr-Jubiläum Full Communion zwischen Altkatholischer Kirche und Anglikanischer Kirche“.

Danach festlicher Empfang.