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Geboren wurde ich in Duisburg 1954, mein
Vater war Bergmann, meine Mutter Hausfrau. Studiert habe ich
altkatholische Theologie in Bonn. Meine Vikariatszeit verbrachte ich
in Wiesbaden. Einige Monate der „Austrifizierung“ folgten in
Wien. Seit 1985 bin ich Seelsorger in Klagenfurt.
In einem gut sozialdemokratischen
Elternhaus aufgewachsen, war mein Weg zur Kirche nicht unbedingt
vorgezeichnet. In einer römisch-katholischen Pfarre im Ruhrgebiet
groß geworden, deren Kirchlichkeit man mit gesunder „central
churchmanship“ in anglikanischer Form bezeichnen könnte, stieß
ich in England auf eine Art von Kirche, wie ich sie noch nie erlebt
hatte. Der Glaube an den Alleinvertretungsanspruch der römischen
Kirche in Sachen Katholizität schwand dann recht schnell dahin. Die
Entscheidung für das altkatholische Theologiestudium war
folgerichtig. In Österreich finde ich Arbeitsbedingungen, die mir
zusagen und die Chance bieten, gesunde kirchliche Strukturen mit
Leben füllen zu können. In den meisten altkatholisch
traditionellen Gemeinden gibt es keinen Betroffenheitskatholizismus
und man muss Ideologien nicht ständig vertreten oder gegen sie
wehren. Man kann einfach Kirche leben.
Was ich mir wünsche ist, dass unsere
Kirche erkennbar katholisch lebt, dass ihr Herz in den
Gottesdiensten schlägt, dass sie als die meditative, katholische
Alternative allen gottsuchenden und von der Kirche Entfremdeten
Heimat bietet. Unsere Kirche soll niemanden ausschließen und jeder
und jede in ihr willkommen sein. |