Unsere Geschichte
Die Idee des Konzils

Im 15. Jhdt. stritten drei Päpste um den Stuhl Petri. Der Ruf nach einer Reform der Kirche wurde allgemein.

Um dieses Problem zu lösen wurden zwei große Konzilien nach Konstanz (1414-1418) und nach Basel (1431-1449) einberufen. Durch diese Konzilien sollte "nach dem Muster der Väter, die uns vorangegangen sind, die erzwungene und angemaße päpstliche Gewalt begrenzt und beschränkt werden."

Das Konzil von Konstanz erklärte, daß das oberste Organ der katholischen Kirche das im Heiligen Geist rechtmäßig versammelte Konzil sei, und daß sich ihm – in Fragen des Glaubens, der kirchlichen Einheit und der Reformen der Kirche – jeder kirchliche Würdenträger, auch der Papst, unterzuordnen habe.

Ferner sollten alle zehn Jahre ein allgemeines Konzil abgehalten werden.

Im Hintergrund der konziliaren Lehre stand der Gedanke:

  • So wie die weltlichen Behörden im Auftrag des Volkes handeln, das sie vertreten,
  • so sind die kirchlichen Amtsträger Beauftragte der Gesamtheit der Gläubigen, die im allgemeinen Konzil ihre höchste Vertretung haben.

Auf dem Konzil in Basel wurden die Beschlüsse des Konstanzer Konzils bestätigt.

Aber dem Papst gelang es, diese Beschlüsse bereits auf dem 5. Lateran-Konzil (1512-1517) unwirksam zu machen.

Damit war am Vorabend der Reformation der letzte Versuch gescheitert, die altkirchliche Verfassung wiederherzustellen.