| Die
Anfänge der Kirche in Utrecht gehen auf den Heiligen Willibrord
zurück, einem angelsächsischen Mönch, der die Friesen
missionierte und von 695 bis 739 erster Bischof von Utrecht war.
Seit dem Mittelalter war die Utrechter
Kirche von Rom sehr unabhängig. Die Bischöfe wurden vom
Domkapitel gewählt, das wiederum durch die Geistlichkeit des
Bistums gewählt wurde.
Während der Reformation wurde
die holländischen Katholiken der Kollaboration mit den verhaßten
Spaniern verdächtigt und verfolgt. Die Gottesdienste wurden
verboten, die Gemeinden zogen sich in sogenannte "Versteckkirchen"
zurück, die sich z.T. noch heute im Besitz der Altkatholiken
befinden. Mit der Zeit entspannte sich jedoch das Verhältnis
zur reformierten Mehrheit der Bevölkerung.
Die Situation änderte sich völlig,
als am Ende des 17. Jhdts. immer mehr französische Jansenisten
in den Gemeinden der Utrechter Kirche Zuflucht fanden. Andererseits
belasteten von Rom entsandte jesuitische Missionare das tolerante
Klima in den Niederlanden.
Der Utrechter Erzbischof Peter Codde
wurde nach Rom gerufen und 1702 vom Papst abgesetzt, der auch das
Domkapitel für aufgelöst erklärte und einen apostolischen
Vikar für die Niederlande ernannte.
Das Utrechter Domkapitel wählte
daraufhin am 17. April 1723 Cornelius Steenhoven zum Erzbischof.
Steenhoven erhielt seine Weihen vom französischen Missionsbischof
Dominique Maria Varlet. Rom sprach daraufhin den Kirchenbann über
ihn aus – die Wege der beiden Kirchen trennen sich.
Die Kirche von Utrecht blieb weiterhin
eine Zufluchtsstätte für Jansenisten. Alte niederländische
Glaubensgeschwister können sich heute noch daran erinnern,
daß sie in ihrer Jugend von Römisch-katholischen als
"Schantenisten" beschimpft wurden.
Lange Zeit war die Kirchen von Utrecht
die einzige katholische Kirche im Land, erst im 19. Jhdt. wurden
römisch-katholische Kirchenstrukturen aufgebaut. |