| Die
Altkatholische Kirche war von Anfang an um die Wiedervereinigung der
getrennten Christen bemüht. Schon auf dem Münchner Kongreß 1871
wurden erste Kontakte mit anglikanischen und orthodoxen Theologen
geknüpft.
1874 und 1875 fanden
in Bonn Unionskonferenzen unter dem Vorsitz von Ignaz von Döllinger
statt, an denen erstmals orthodoxe, anglikanische, evangelische und
altkatholische Theologen an einem Tisch saßen. Man fand sogar Lehrsätze,
die von morgenländischen und abendländischen Theologen
unterschrieben werden konnten.
Döllinger, der
seiner Zeit weit voraus war, zog nach den Konferenzen allerdings ein
bitteres Resümee: "Wir Theologen haben das unsere getan. Es
kommt darauf an, wie sich die kirchlichen Autoritäten dazu stellen
werden. Aber die einen tun nichts aus gewohnter Indolenz (Trägheit),
die anderen aus politischen Rücksichten."
Mit der
anglikanischen Kirche schlossen die altkatholischen Kirche ein
Abkommen, das die volle Sakramentsgemeinschaft mit den Kirchen
herstellt, wobei jede Kirche ihre Eigenständigkeit und Selbständigkeit
bewahrte, Dieses Abkommen wurde von beiden Kirchengemeinschaften als
"Bonner Agreement" ratifiziert.
Auf der gleichen
Basis wurde 1965 ein Interkommunionsabkommen mit den unabhängigen
katholischen Kirchen von Spanien , Portugal und den Philippinen
(Philippinische Unabhängige Kirche) geschlossen
Mit den orthodoxen
Kirchen wurde seit 1975 ein intensiver Dialog geführt, der mit
einem gemeinsamen Dokument abgeschlossen wurde. Wenn diese Texte von
allen altkatholischen und orthodoxen Kirchen angenommen werden, wären
die Voraussetzungen für eine Kirchengemeinschaft erfüllt.
Die Altkatholische
Kirche Österreichs ist Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen
(Weltkirchenrat), der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des
Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). |